Amaryllis in Hydro-Kultur

Ich kultiviere meine Amaryllis ausnahmslos in Hydro-Kultur und habe damit die besten Erfahrungen gemacht. Ich habe den Wasserbedarf der Pflanzen besser unter Kontrolle und Krankheiten und Schädlinge treten praktisch nicht auf. Vor allem das lästige jährlich Umtopfen entfällt; umgetopft wird nur noch, wenn die Wurzeln den Innentopf des Hydro-Gefäßes sprengen.

Die Kultur:

Nach dem Kauf der Zwiebeln werden diese gründlich gereinigt, d.h. alle Erdreste und abgestorbenen Wurzeln werden restlos entfernt. Zur Vorbeugung gegen Rostpilze (Roter Brenner) kommen die Zwiebeln ca. 2 bis 3 Stunden in ein gleichbleibend warmes Wasserbad bei 40 bis 45 Grad. In diesem lösen sich auch die letzten Erdreste an den Wurzeln.

Danach wird der passende Kulturtopf ausgesucht; zwischen dem Rand des Topfes und der Zwiebel sollen 2 Finger passen. Für meine Zwiebeln verwende ich Töpfe in den genormten Größen: 13/12 und 15/12 sowie 18/12. Diese kosten komplett mit Wasserstandsanzeiger zwischen 10,00 und 15,00 DM. Den dazugehörigen Blähton verwende ich in der Körnung 8/16 mm.

Jetzt wird gepflanzt und zwar so, daß die Zwiebel 1/3 bis 1/2 ihrer Größe im Substrat (Blähton) sitzt. Danach wird Wasser eingefüllt bis zur mittleren Marke des Wasserstandsanzeigers. Der Topf wird warm (über 20 Grad) und hell gestellt; am besten auf einer Fensterbank unter der ein Heizkörper angebracht ist. Nachgegossen wird erst, wenn sich der Austrieb zeigt. Wenn der Austrieb 5 bis 10 cm erreicht hat, kann auch gedüngt werden.

Als Dünger verwende ich Hydro-Flüssigdünger und halte mich an die Dosierungsvorschriften der Hersteller. Folgendes Verfahren hat sich bei meinen Amaryllis bewährt. Wenn der Wasserstandsanzeiger auf die Minimum-Marke abgesunken ist, fülle ich bis zur Mitte-Stellung mit Düngerlösung auf. Beim nächsten Minimum-Stand wird dann mit klarem Wasser aufgefüllt. Beim übernächsten Minimum-Stand verwende ich klares Wasser mit einigen Körnchen Kaliumpermanganat (erhält man in der Apotheke für ein paar Mark). Das Wasser soll eine leichte violette Färbung bekommen, dann stimmt die Mischung. Die Zugabe von Kaliumpermanganat zum Gießwasser und kaliumbetonte Düngung erhöhen die Widerstandskraft der Pflanze. Das Gießen im Wechsel mit Flüssigdünger --> klarem Wasser --> Kaliumpermanganat-Lösung hat sich bei meinem Pflanzen bestens bewährt. Noch ein Tip: Nicht Jahr für Jahr den gleichen Flüssigdünger verwenden; es gibt etliche Produkte auf dem Markt.

Wem das zu kompliziert ist, kann sich mit Ionenaustauschern zur Düngung behelfen. Dieses Verfahren ist wesentlich einfacher, da nur Leitungswasser nachgefüllt werden muß, aber auch wesentlich teurer. Die Ionenaustauscher (z.B. Lewatit von Bayer) gibt es für hartes und weiches Wasser. Darauf sollte man achten, ansonsten kümmern die Pflanzen. In keinem Fall darf bei den Ionenaustauschern destilliertes Wasser eingefüllt werden.

Blüht die Amaryllis endlich, wird sie kühler gestellt, damit sich die Blüten länger halten. Übrigens, die Blütenschäfte halten sich auch in einer Vase mit Zugabe eines Frischhaltemittels fast genausolange wie an der Zwiebel. Verwelkte Blüten werden gleich entfernt, damit die Pflanze keinen Samen bilden kann; es würde die Pflanze nur schwächen. Wenn die Blüte vorüber ist, wird auch der Blütenschaft entfernt. Besonders Augenmerk muß man auf die Erhaltung der Blätter legen. Bei 4 intakten Blättern ist mit 1 Blütenschaft, bei 4 bis 6 Blättern mit 2 und bei 8 bis 10 Blätter mit 3 Blütenschäften zu rechnen. Bis zum Beginn der Ruhezeit Ende August soll die Amaryllis hell, warm und luftig stehen (keine pralle Sonne). Im September wird nicht mehr gegossen und die Blätter fangen an zu welken und können entfernt werden.

Bis Ende Dezember dauert die Ruhezeit bei 15 bis 18 Grad. Die Zwiebeln können unbesorgt dunkel stehen. Gelegentlich wird das Substrat befeuchtet (nicht gegossen), damit die fleischigen Wurzeln nicht absterben. Die Amaryllis benötigt 3 bis 4 Monate Ruhezeit, ansonsten blüht sie nur mäßig oder gar nicht. Gegossen wird erst wieder, wenn sich im nächsten Jahr der neue Austrieb zeigt.

Brutzwiebeln werden bei Walnussgröße entfernt und können ohne Ruhezeit weiterkultiviert werden. Sie blühen im 3 Jahr.

Für Anregungen und Tips wäre ich dankbar. Bitte schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen. Man kann ja noch lernen.